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Supermarktblog

Edeka verstehen – in nur 3 Minuten

14. Februar 2012, 17:11 Uhr

Edeka, ist das nicht der Laden mit der sympathischen Werbung?

Richtiges Tempus wäre das Präteritum. Nochmal im ganzen Satz: Edeka war der Laden mit der sympathischen Werbung. Die Aussage gründet sich auf die Kampagne "Wir lieben Lebensmittel", mit der seit 2005 in verschiedenen Fernsehspots ungewöhnlich originell und liebenswert kommuniziert werden sollte, dass Edeka-Kaufleute wandelnde Lebensmittel-Wikis sind und echt was von ihrem Job verstehen. Unvergessen sind die Spots mit dem Überraschungsei-Kind und der vergesslichen Metzgerin.

Mit dem Start der Fernsehwerbung für seine Billigmarke "Gut & Günstig" hat Edeka aber nicht nur seine Kernkompetenz in die Tonne getreten (warum liebt man Lebensmittel, wenn's bloß um den Preis geht?), sondern - passend dazu - auch furchtbar schlechte Spots durchgewunken, die nur noch nerven. (Bitte überzeugen Sie sich selbst davon.) Das ist Edeka.

Also gut...

...und günstig! (Kleiner Scherz.)

Also gut: Dann erklär mal, warum Edeka-Läden nicht einfach "Edeka" heißen, sondern tausend unterschiedliche Namen haben müssen.

Sehr gerne! Dafür müssen wir aber einen kleinen Umweg machen, nämlich ins Jahr 1898, als sich 21 Einkaufsvereine zur ersten regionalen Einkaufsgenossenschaft zusammenschlossen.

Gähn, Geschichte. Hoffentlich wird's noch interessant.

Ja, sehr sogar. Von diesem Zusammenschluss, der dazu da war, gemeinsam Lebensmittel für die Läden einkaufen zu können, kommt nämlich der Name. Die Kaufleute nannten ihren Verbund: "Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler", abgekürzt: E. d. K. - und das wurde später zu "Edeka".

Wie - Genossenschaft? Ich dachte, Edeka sei ein Supermarkt.

Stimmt ja auch, aber das Konstrukt dahinter ist ein bisschen komplizierter. Es gibt heute nämlich sieben Regionalgesellschaften, die für unterschiedliche Landesteile zuständig sind. Sie kümmern sich um den Großhandel, also darum, dass es in den Läden überhaupt was zu verkaufen gibt. Die meisten dieser Märkte (ungefähr 6200) werden von selbstständigen Händlern betrieben, die immer noch genossenschaftlich zusammengeschlossen sind. Einige Läden steuern die Regionalgesellschaften auch selbst (ungefähr 1300), das sind so genannte "Regie-Märkte". Aber nach und nach sollen die ebenfalls an selbstständige Händler weitergegeben werden.

Es gibt auch noch eine Zentrale in Hamburg, aber die vergessen wir mal. Da gehen die Leute sowieso nur ungern ans Telefon, zumindest wenn Journalisten ein paar kurze Fragen haben, die sich nicht mit den üblichen Floskeln beantworten lassen.

Und was hat das alles damit zu tun, dass die Märkte so unterschiedlich heißen?

Das liegt jetzt doch auf der Hand: Die vielen selbstständigen Betreiber geben ihren Märkten ihren Namen und setzen das blaue "E"-Logo davor.

Das klingt logisch - aber was bitte schön sind "E Neukauf", "E Aktiv Markt" und "E nah und gut"? Da werden sich ja wohl kaum Herr Neukauf, Frau Aktiv-Markt und Herr Nahundgut selbstständig gemacht haben.

Nein, nein. Diese Bezeichnungen gehören vielmehr zu einer groß angelegten Kundenverwirrungsstrategie, die für alle Nicht-Edekaner bis heute völlig unergründlich ist. (Edeka-Leute lassen sich unwidersprochen "Edekaner" nennen, so wie: Marsianer.) Eigentlich sind die Bezeichnungen dazu da, die Größe der Märkte kenntlich zu machen und die Werbung für die unterschiedlich großen Sortimente besser regulieren zu können. Ist halt ein bisschen doof, wenn kein Mensch sich behalten kann, ob nun der "Neukauf" oder der "Aktiv Markt" mehr Produkte im Regal hat. (Richtig wäre: "Neukauf" - bis zu 25.000 Artikel). Vor allem ist es aber herzlich egal.

"Nah und gut" sind übrigens als "Nachbarschaftsmärkte" angelegt, für den schnellen Einkauf nach der Arbeit, aber viel kleiner und ramschiger als der Rest. Zur Strafe dürfen sie auch kein "E" vorm Namen tragen, achten Sie mal drauf! Die offizielle Begründung dafür ist, dass die kleinen Märkte nicht die Ansprüche erfüllen, mit denen Edeka bundesweit wirbt (Sortimente, Öffnungszeiten usw.).

Eine ziemlich beknackte Strategie, wenn man sie seinen Kunden erst so umständlich erklären muss, oder?

Oh ja. Und wir haben noch gar nicht über "E Center", Marktkauf, Spar, Netto (ohne Hund) und den Rest geredet. Da ist jetzt gerade auch keine Zeit dafür.

Muss ich mir denn diese ganzen Namen merken?

Wenn Sie zwischen Hannover und Berlin, bei Minden oder in Osnabrück wohnen: nee. Die dort zuständige Regionalgesellschaft Minden-Hannover will die Namen "Neukauf" und "Aktiv Markt" nämlich bis zum Sommer verschwinden lassen. Die Läden heißen dann einfach überall wie ihre Betreiber, nur mit dem "E" davor. "Edeka ist ja ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen mit eigenständigen Einzelhändlern, und das wollen wir künftig noch stärker in den Vordergrund stellen", erklärt Edeka-Minden-Hannover-Sprecher Andreas Laubig. Außerdem habe die Marktforschung herausgefunden, dass die meisten Kunden sowieso sagen: Ich geh zu Edeka einkaufen (oder den Namen des lokalen Händlers).

Da wär man ja alleine nie drauf gekommen!

"Nah und gut" gibt's allerdings auch weiterhin, sogar ein paar mehr als momentan, weil kleinere Läden umbenannt werden. Und in Berlin heißen die Märkte weiter "Edeka Reichelt", in und um Bremen weiter "Edeka Aktiv Discount" (wobei die überhaupt nichts mit Discountern zu tun haben, das wäre sonst ja zu einfach). Laubig sagt: "Mit ein bisschen Wildwuchs können wir ganz gut umgehen. Edeka ist halt nicht so stromlinienförmig wie ein filialisiertes Unternehmen." Ein Punkt für Schlagfertigkeit.

Und was ist, wenn ich nicht in Hannover wohne?

Dann erstmal: Herzlichen Glückwunsch. Und bis zum nächsten Mal wird dieser Eintrag bitte auswendig gelernt.

Das hat jetzt aber viel länger gedauert als 3 Minuten.

Stimmt. Aber Sie haben ja trotzdem bis hierhin gelesen.

Fotos: Edeka

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Kommentare

Wolfgang

14. Februar 2012, 17:35

http://fastvoice.net

... und dann gibt's ja noch regional angeschlossene selbstständige "Mini-Ketten" wie etwa die "Scheck-In-Center", die ihre Waren von Edeka Südwest beziehen:

www.scheck-in-center.de/.../filialen198.html

Apropos Edeka Südwest: Hier steht man Presseanfragen sehr aufgeschlossen gegenüber, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann...

fastvoice.net/.../das-edeka-costa-concordia-paradoxon

Peer Schader

14. Februar 2012, 17:49

@Wolfgang: Ja, das gilt glaube ich für mehrere Regionalgesellschaften.

Cara

14. Februar 2012, 17:55

"Nah und gut" und ramschig? Der "nah und gut", den ich kenne, positioniert sich eher in Richtung Feinkost-Supermarkt (und das gar nicht schlecht). Er ist auf jeden Fall sehr viel weniger ramschig als der Aktiv Markt, den es da vorher gab.

Mama arbeitet

14. Februar 2012, 18:53

http://www.mama-arbeitet.de

Ohja, diese neuen gut & günstig Spots sind grauenhaft! Ich kaufe zwar trotzdem noch ab und zu bei Edeka ein, aber mit der Werbung im Hinterkopf nicht mehr so gerne. Gestern übrigens wog mir die Frau an der Fleischtheke exakt die gewünschten 300 Gramm Kalbsrückensteak am Stück ab. Das war noch eine Werbung, als solche Zaubertricks das Besondere an Edeka waren...

Peer Schader

14. Februar 2012, 19:39

@Cara: Verraten Sie mit, wo?

MacT

14. Februar 2012, 20:19

Es gibt auch noch NP (Niedrigpreis). Das ist ein Discounter der EDEKA-Markt Minden-Hannover GmbH der natürlich auch mit Edeka-Waren (also gut und günstig) beliefert wird.

Marcel

14. Februar 2012, 20:30

Hier hat Anfang des Jahres übrigens der "Cronenberger Frischemarkt Pollschmidt" (ohne "E" vor dem Namen) eröffnet; darf wegen der Größe auch nicht Edeka heißen, obwohl es der Betreiber gerne hätte. Wirkt wirklich absurd, weil im Laden selbst - egal ob auf Kassenbon oder auf Tüten oder an Preisetiketten - natürlich überall das Edeka-Logo hängt

Hamburger

14. Februar 2012, 20:30

@ Nah und gut

Hängen Sortiment und Präsentaion nicht vom Betreiber ab? Hier um die Ecke sieht der LAden grauenhaft aus, ich habe aber auch schon bessere mit (zumindest gefühlt) besseren/hochwertigeren Sortiment gesehen.

@ Fernsehspots

Edeka-Läden sehen meist gut aus, haben ein sehr breites Sortiment. Warum gehen da aber nicht alle hin? Weil´s teuer ist (Da kann der Lidl-Check erzählen, was er will) Womit lockt man also Neukunden? Mit einem Verweis auf die billigen Preise, übrigens weit weniger nervig als z.B. Penny und Lidl. Ich sag nur "Montagsalarm" und "verweise auch gerne auf die blöden Penny-Spots zum "Framstag"

Sicher stärkt das nicht den Markenkern, gewinnt man aber nicht u.U. mehr, als man verliert?

Alex

14. Februar 2012, 23:08

Hmm, Edeka und Edeka, dazwischen können Welten liegen.

Ich erinnere mich an Braunschweig, wo ich regelrecht zu einem Fan von "Edeka Görge" (hat da recht viele Filialen) wurde, während der andere Edeka um die Ecke immer recht ramschig und vom Sortiment her uninteressanter war.

Daher halte ich gerade bei Edeka die Zusatzbenamsung für sinnvoll.

Trotzdem hat seit Braunschweig Edeka bei mir einen Imagebonus z.B. gegenüber Rewe.

Und in Berlin, da war Reichelt halt auch eine Marke, warum sollte man die so ohne weiteres aufgeben? Besteht doch auch hier die Chance, mit verschiedenen "Unterketten" unterschiedliche Schwerpunkte aufzubauen.

Was die Spots angeht, bin ich auch gerade erschüttert. Der Slogan "Wir lieben Lebensmittel" war so genial, und die Werbung für "gut und günstig" ist so schlecht, dass man letztere für eine Negativkampagne der Konkurrenz halten könnte.

Peer Schader

15. Februar 2012, 00:57

Vielen Dank für die schönen Kommentare. Wollte ich nur zwischendurch mal sagen. Mehr, bitte!

spoonman

15. Februar 2012, 02:17

Hachja, Neukauf... Das war in meiner späten Kindheit/frühen Jugend in den 80ern (niedersächsische Provinz) das erste Stadtrand-Einkaufsparadies. Mit riesigem Parkplatz, separatem Getränkemarkt und wohl auch schon einer Bäckereifiliale im Eingangsbereich. Kam mir damals ungeheuer modern und vor allem riesig vor. Ich glaube, es gab sogar Schallplatten!

Den Laden gibt es heute noch, inzwischen hat er allerdings mindestens zweimal den Namen gewechselt. Zwischenzeitlich hieß er mal "Super 2000" und heute E-Center.

Die Edeka-Läden, die ich heute in NRW kenne, sind auch eher auf Feinkost getrimmt, machen einen hochpreisigen Eindruck - aber dafür sind sie auch unglaublich aufgeräumt. Da gehen anscheinend tatsächlich noch regelmäßig Mitarbeiter durch und richten im Kühlregal alle Etiketten nach Norden aus. Oder so ähnlich.

PeRiBa

15. Februar 2012, 07:51

http://nachbarsgarten.blogspot.com/

Die Werbung ist mir egal.

Nicht egal ist mir allerdings die Individualität, die ich bei EDEKA immer noch habe. Die Geschäfte sind eben inhabergeführt und jedes hat seinen eigenen Charme und eigene Waren. Hier bei uns fährt man nicht einfach zu EDEKA, sondern zu Meyer, zu Knolle oder zum Dalinger.

Kaisers-Tengelmann gibt es im Hamburger Raum gar nicht mehr. Es bleibt also nur EDEKA.

Bei uns im Dorf wechselte der Besitzer und der Standort vor 2 Jahren.

Ein kleiner Dialog:

"Ich hätte gern die Salmibrocken von Rexim, Graf hatte die auch immer" "Wir sind nicht Graf, wir sind Meyer." "Aber Sie sind hier nicht in Nenndorf, sie sind in Hittfeld!"

Seitdem gibt es Rexim-Salmibrocken!

Versuchen Sie das mal bei Rewe, Aldi oder Penny

Cara

15. Februar 2012, 11:18

@ Peer Schader

In Berlin-Schlachtensee

Peer Schader

15. Februar 2012, 11:34

@Cara: Sehr gut, danke!

westernworld

15. Februar 2012, 12:34

in kaum 1km entfernung voneinander kann man bei uns den unterschied zwischen inhabergeführtem e-aktiv-markt und neukauf regie-markt bewundern.

der regie-markt gewinnt. größer, großzügiger, breiter sortiert und günstiger. einzig im getränkebereich werde ich den eindruck nicht los das der sortimentsverantwortliche entweder abstinenzler oder dauernd blau oder eine tabellenkalkulationsprogramm ist. anders läßt sich die komische auswahl nicht erklären.

der inhaber geführte markt hat die beste auswahl weit und breit in sachen wein, bier und spirituosen, ein massives klimatisierungs und parkplatzproblem  und einen marktleiter der direkt aus ritas welt gefallen zu sein scheint. eigenmarken kommen übrigens kaum vor im sortiment des inhabergeführten marktes … wahrscheinlich meint der gute mann das wirke edler.

aber vor allem zuviel sortiment auf zu wenig fläche. der begriff stoßzeit wurde  dort erfunden und zu solchen vermeide ich den laden tunlichst da die eu bestimmungen für tier und kundentransporte eindeutig mißachtet werden.

der erfolg des ladens rührt auch daher das sich gleich nebenan eine dm-filiale befindet was für die meisten onestopshopping bedeutet. der edeka-inhaber paßte sein sortiment an und verkauft fast keine drogerieartikel mehr und hat dadurch die möglichkeit noch mehr hochpreisige lebensmittel anzubieten ohne kunden an supermärkte die dieses sortiment mitschleppen zu verlieren.

Eusebius

15. Februar 2012, 19:15

Was die Edeka -Produktreihe "Gut & Günstig" angeht: fast alle Verpackungen sind schöner gestaltet, als die äußerlich schlichten und nüchternen ja!-Produkte von Rewe oder tip von Real. Da habe ich immer das Gefühl, man wird bestraft für den billigen Preis. Bei Edeka dagegen Farbe und Gestaltungswille.

Übrigens sind hier bei uns (östliches Ruhrgebiet) mehrere Luxus-Edekas eröffnet worden, deren Ausstattung teilweise verblüfft. Es gab sogar einen "Architektur-Preis für goldenen Edeka-Markt", einfach mal googlen.

Jürgen

15. Februar 2012, 20:45

http://www.schoko-moments.de

Ich finde es sehr gut, dass es noch selbständige Lebensmittelhändler gibt. Das sie sich zusammenschließen um günstigere Einkaufspreise zu erzielen, finde ich OK. Jeder ist etwas anders und individuell. Für mich ist auch das OK.

spoonman

15. Februar 2012, 21:02

In Düsseldorf gibt es seit ein paar Jahren auch einen Nobel-Edeka (Zurheide), an einem früheren WalMart-Standort. Die Atmosphäre ist eine Mischung aus holländischen Supermärkten (die ich sehr mag) und Karstadt/Kaufhof-Lebensmittelabteilung.

Ab und zu ist es mal ganz nett, da einzukaufen - wenn man sich "was gönnen" will. Allerdings hab ich da wirklich das Gefühl, dass sich das Portemonnaie schon durch das flüchtige Ansehen der Waren leert.

Klar, man kann da auch günstig wegkommen, wenn man nur die 08/15-Basics kauft. Aber wer tut das in so einem Laden schon?

Angpe

16. Februar 2012, 09:16

www.essenwieimrestaurant.de/aktuelle-angebote - eine kleine Kette von vier Nah und Gut - Läden, die von der Presse als "Delikatessen-Discounter", bzw. "Feinschmecker-Aldi" bezeichnet werden.

Aus dem Konzept:

"Eigentlich sind wir ein ganz normaler Supermarkt wie Reichelt oder Kaisers mit einem Unterschied - Sie bekommen bei uns Spezialitäten zu unglaublichen Preisen, die teilweise nicht einmal im KaDeWe oder im Lafayette erhältlich sind. [...] Eiswasser aus Alaska, Brot aus Tasmanien ..."

Chajah

16. Februar 2012, 12:31

Ich vermisse in Köln gute Edekas. Bei mir im Viertel gibt es einen (keine Ahnung, wie der sich nun schimpft), eng, vollgestopft, trotzdem keine brauchbare Auswahl, grabbelig. Und so sehen so ziemlich alle mir bekannten Edekas in Köln aus.

Ein Edeka am - für mich anderen Ende der Stadt - hat immerhin ein punktuell interessantes und ausgefallenes Sortiment. Dafür "reise" ich dann auch gerne mal quer durch Köln. Aber auch dieser Edeka ist signifikant zu vollgefrast.

Ein schönes großes E-Center, inhabergeführt, mit breitem Sortiment, gepflegt und geräumig, wie ich es aus anderen Städten (z.B. Koblenz) kenne, habe ich leider in meiner Reichweite noch nicht gefunden. Dabei würde ich es sicherlich gerne frequentieren.

Zur Werbung kann ich nichts sagen - ich habe da größere "Popkultur-Bildungslücken" aufgrund mangelnden TV-Konsums.

Oberschwabe

21. Februar 2012, 15:32

Auf meinem täglichen Arbeitsweg, der mich ca. 15 Kilometer von einem kleinen Kaff im Oberschäbischen in ein Indutriegebiet in der Peripherie einer größeren Provinzstadt führt, komme ich an einem Marktkauf, einem Neukauf, einem E-Center und 2 Netto (ohne Hund) vorbei. Man sollte also meinen das Edeka nicht gerade unterrepräsentiert in diesem Gebiet ist.

Nun haben direkt vor unserer Haustür nicht etwa Aldi oder Lidl einen neuen Markt in die Landschaft gesetzt. Unsere neuste Einkaufsmöglichkeit heisst "Treff 3000" und scheint sowas wie die Discountschiene von Edeka zu sein. Man setzt zu 70% auf "Gut und Günstig"-Produkte, der Rest sind Markenartikel.

Der Laden hat jetzt ziemlich genau 1 Jahr geöffnet und kein Mensch geht hin. Was den Vorteil hat als einziger Kunde im Discounter immer eine allumfassende Beratung von gleich mehreren Angestellten zu bekommen, da die sonst vor langer Weile umkommen.

Keine Ahnung warum sich dieses Konzept nicht durchsetzt. Der Laden ist sauber und aufgeräumt, hat ein ziemlich straffes aber breites Sortiment, die Preise sind OK und alles wird ordentlich in die Regale geräumt. Sogar eine recht ansprechende Obst und Gemüse Abteilung und ein gut sortiertes Wein/Spirituosenregal sind vorhanden.

Peer Schader

21. Februar 2012, 19:03

@Oberschwabe: Sehr schöne Ergänzung. Vielen Dank!

Alex

15. März 2012, 23:06

http://www.yourpsvita.com

Die Ausgliederung "Treff Discount" oder wie es seit wenigen Jahren heißt: Treff 3000 (Wegen dem Sortiment von 3000 Produktion, vornehmlich Gut & Günstig).

Diese Märkte dienen dazu, unliebsam gewordene Mitarbeiter älterer Regiemärkte auszuparken und letztendlich zu kündigen, damit die Aktiv Märkte mit ihren privaten Inhabern diese nicht teuer bezahlen müssen. Die Märkte werden dann, obwohl sie als Discount geplant sind, mit untypsichen Strategien gefahren, die vom Start weg keinen Erfolg versprechen um sie dann letztendlich doch wieder zu schließen. Natürlich können die Mitarbeiter dann 30-40 Kilometer in das nächste offene Märktchen fahren. Aber ihr könnt euch ja denken was die Leute machen, die nur so rund 1000 Euro netto verdienen. Die geben irgendwann resigniert auf, die Personalabbaustrategie von der Zentrale geht auf.

Dazu kommt, dass diese Märkte vornehmlich mit B-Ware beliefert werden, was vor allem beim Obst zum tragen kommt. Edeka bietet Chikita-Bananen an und beim Treff 3000 gibt es die billigen "Fiffes" (Das beste ist der Werbespruch "Fiffes time better", da fragt man sich nur, ALS WAS?!?). Und das geht bei den Äpfeln, Birnen, Melonen usw. weiter. Dazu kommen regulierungswütige Gebietsleiter. Die Angestellten müssen ZU ZWEIT(!) den kompletten Laden schmeißen. Nebenbei wöchentlich 20 Positionen putzen (mehrmals den Laden, Kloräume, Büro, Pausenraum, Garage, Lager und das bis zu 3-4 mal pro Woche), stündliche Obstkontrollen mit Unterschrift, Brotkontrollen des personallosen (nur zum aufbacken und einräumen kommt eine Kraft) K&U-Backshops durchführen und viele weitere Scherze über sich ergehen lassen. Dazu kommen Öffnungszeiten bis 20 Uhr von Montags bis Samstags, obwohl ab 18 Uhr der Laden leer ist (teils vorher schon) und interne Machtkämpfe und Sticheleien, die teilweise von den Gebietsleitungen angeheizt werden.

Wenn also genügend Druck aufgebaut wurde und die Zahlen letztendlich nicht mehr stimmen, zu viel Personal die Nase voll hat und die Zentrale meint dass es sich nicht mehr lohnt wird der Laden geschlossen, egal ob der Mietvertrag noch über Jahre läuft oder nicht.

Aber ich bin ja eigentlich schon wieder zu weit vom Thema weg. Regiemärkte wie es sie früher gab, will die Edeka nicht mehr. Warum? Sie kosten zu viel und sorgen für zu viel Arbeit. Edeka will nur noch Ware aus ihren Lagern liefern, denn damit verdient man mehr Geld als wenn man sich noch um Mieten und Personalkosten kümmern müsste.

Es wird also in Zukunft nur noch die ganz billigen nah & gut und die ebenfalls privaten Aktiv Märkte geben.

PS: Ich hab das Tuch geworfen ehe es zu arg wurde. Habe es nie bereut.

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